Liebe Freundinnen und Freunde der Märchenhütten,

am Silvesterabend ist eine der schönsten und die zugleich kürzeste Winterspielzeit in den Märchenhütten zu Ende gegangen. Ihr wart ein großartiges Publikum und Ihr wart viele !

Über 30.000 in unseren kleinen Hütten in nur fünfeinhalb Wochen und das bei dieser kurzfristigen Planung! 

Dafür danken wir Euch von ganzem Herzen.

Trotzdem mussten wir auf Druck der Bezirkspolitik diese Saison vorzeitig abbrechen, obwohl wir ohne Subventionen und als gemeinnützige Gesellschaft beste Bedingungen für Besucher wie Ensemble geschaffen hatten. Übrigens viele von Euch haben sich allabendlich nach den Vorstellungen zusammen gefunden, um gemeinsam auf die Bühne zu gehen und zu skandieren: „Die Märchenhütten müssen bleiben!“ – unglaublich - DANKE! - siehe hier

ABER: Das neue, auf Basis einer 23-jährigen Geschichte nahezu vollständig wieder zusammen getretene und zugleich stark verjüngte Ensemble wird das Zepter selber in die Hand und den mittlerweile überregional deutlich spürbaren Protest zum Anlass nehmen für den alten Slogan zu kämpfen:

THEATER MUSS SEIN 

Für den weiteren Bestand der Märchenhütten

für uns,
unsere Kinder und Familien
und für Berlin!

Der Newsletter wird Euch informieren, wie es weitergeht.

P.S. Prominente Auszüge aus den ersten Reaktionen:

Detlef Gericke, langjähriger Leiter der Programmarbeit der Goethe-Institute in Göteborg, Jakarta und Südostasien, Boston und New England, Vilnius und Litauen, schreibt an die Bezirkspolitik Berlin-Mitte: „Ich würde die Märchenhütten heute mitsamt ihren romantischen Blockhütten überallhin einladen, der Ort dieser Aufführungen ist zugleich ihre Atmosphäre und ihre Seele. Die Märchenhütten sind Theater wie es in seinen Ursprüngen war. Bitte geben Sie ihnen eine weitere Zukunft!“

Eugen Blume, Ex-Leiter des Hamburger Bahnhofs, schreibt an Baustadtrat Ephraim
Gothe (SPD): „Unabhängig davon, was für berechtigte Beweggründe für Ihre Entscheidung vorliegen mögen, diese Spielstätte aufzugeben, gehe ich davon aus, dass, wenn es um einen ernstzunehmenden und wichtigen Beitrag zur Kultur dieser Stadt geht, Wege gefunden werden können, ihren Fortbestand zu ermöglichen“. Das Theater sei „längst zu einer Instanz geworden, zu einem kulturellen Beitrag mitten in Berlin, den ein besonderer künstlerischer Charakter von hoher Qualität auszeichnet“.

"Mit vielen Menschen auf einer Bank aneinandergedrängt in einer urigen Hütte über die gleichen Witze lachen und den einfach unübertrefflichen Schauspielern zuhören, wie sie den uns bekannten Märchen aus Kindheitstagen so wunderbar wortspielerisch eine andere Bedeutung verleihen. So eine Atmosphäre kann keine Theaterbühne in Berlin sonst bieten. Ich bitte Sie aufrichtig uns Berlinern und unseren Gästen diese Institution zu erhalten." C.H., Berlin

"Zudem gelang es dort über viele Jahre, Brücken zu bauen zwischen einander zunehmend entfremdeten Generationen, den Bedürfnissen (kaum mehr existenter), teils wenig betuchter „Einheimischer", solventer Zugezogener sowie (das Gesamtbild prägender) Tourist*innen. Mit einem Ansatz, der den ursprünglichen Funktionen des Mediums „Theater" gerechter wird, als es ein Großteil der (im Gegensatz zu den Märchenhütten mit öffentlichen Mitteln geförderten) Berliner Bühnen vermag- begeistert das Ensemble jährlich mehr als 100.000 Menschen." C.C., Berlin

 

Seit 12 Jahren verzaubern Theatervorstellungen in den über 100 Jahre alten Märchenhütten unser Publikum. Über 60.000 Besucherinnen und Besucher haben diesen Ort im letzten Winter zu einem der beliebtesten freien Theater in Berlin gemacht.

Wenn auch Ihr uns unterstützen möchtet, um weiterhin für Euch spielen zu dürfen,

dann schreibt doch eine Email an:

 

Klaus Lederer
(Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa in Berlin)
info@klaus-lederer.de

 

Michael Müller
(Regierender Bürgermeister von Berlin)

 

Ephraim Gothe
Bezirksstadtrat
ephraim.gothe@ba-mitte.berlin.de

 

„Berlin muss Räume für Kunst und Kultur sichern und schaffen. Durch Verdrängung und Verwertungsdruck werden Räume immer knapper. Die kulturelle Vielfalt ist das Aushängeschild Berlins als europäische Metropole und Hauptstadt.“ 

Klaus Lederer

 

**Offene Briefe**