Liebe Freunde der Märchenhütte,
an dieser Stelle bemühen wir uns um eine Rekonstruktion der Geschichte unserer beiden ostpolnischen Holzhütten, bei denen wir eine jüdische Herkunft vermuten. Die Erforschung der Hintergründe, die auf vielfache Weise mit der europäischen Geschichte verbunden sind, ist ein Prozess, der noch im Gange ist. Die Suche nach zuverlässigen Informationen geht deshalb weiter und wir werden diese Seite immer wieder aktualisieren und erweitern.
Vielen Dank für Ihr Interesse,
Ihre Hexenkessel und Strand GmbH
☻ Ziel zahlreicher Wanderbewegungen von Juden aus ganz Europa
☻ viele (fast) rein jüdische Gemeinden
☻ vor allem im Königreich Polen waren die Juden mit einigen Rechten ausgestattet
☻ im Handel und als Geldverleiher aktiv, aber auch als Handwerker in traditionellen Berufen, als Besitzer von Mühlen, Kneipen und in der Landwirtschaft
☻ Wandel nach verschiedenen Teilungen Polens – fragliches Gebiet fiel an Österreich-Ungarn und teilweise an Russland – Mischung aus Privilegien und eingeschränkten Rechten
☻ jüdische Bevölkerung meist Teil der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, d.h. in guten Zeiten prosperierend, in schlechten (vor allem in Folge von Kriegen) verarmt
☻ historische Fotos aus dem Ghetto Izbica (aufgenommen 1941), einer ehemals zu ca. 99% von Juden bewohnten Stadt, zeigen vor allem Holzbauten, scheinbar waren sie bei armen Juden die Regel; nur die Reichen konnten sich Steinhäuser leisten
☻ Regionen übergreifend und ziemlich unabhängig von den jeweiligen Machtverhältnissen gilt, dass meist nur reichen Juden eine Ansiedlung in der Stadt erlaubt war – daraus lässt sich folgern, dass auf dem Land vor allem die armen Juden lebten
Über die Bauweise der Hütten selbst konnten wir bislang wenig finden. Es ist aber anzunehmen, dass diese mit Armut zusammenhängt.
Hypothese: Unweit der polnisch-ukrainischen Grenze, im Nordwesten Rumäniens, gibt es geradezu eine Hochkultur der Holzbearbeitung und des Handwerks. Kein Haus oder Möbelstück ist dort unverziert, auch wenn die Bewohner ebenfalls nicht reich sind. Aber eben alt eingesessen und von äußeren Einflüssen kaum berührt. Die Leute dort leben zum Teil heute noch wie vor 100 Jahren. Das wiederum würde dafür sprechen, dass unsere Hütten Juden gehörten – die Juden sind größtenteils Einwanderer gewesen, fast immer in unsicherer Lage, wurden häufig umgesiedelt oder mussten auf der Suche nach Arbeit weiterziehen. Es entstand deshalb keine sichtbare ortsverbundene Handwerkstradition.
Fortsetzung folgt...